Hermannsweg Bielefeld nach Tecklenburg (3-Tagestour)

Erster Teil

Sonntag, 17.7.2016, ab Bielefeld

In meinem Urlaub wollte ich mal drei Tage am Stück wandern… und das auch noch alleine. Der Hermannsweg bietet sich ja dafür hervorragend an. Mein Startpunkt sollte Bielefeld ein. Samstags zuvor hatte ich noch für Freunde gekocht und war eigentlich noch gar nicht richtig ausgeschlafen am Sonntag. Gegen kurz nach 10 sollte mein Zug von Rheine nach Bielefeld gehen. Nachdem ich ich meine Bude etwas auf Vordermann gebracht hatte (habe zur Zeit keine Spülmaschine und es gab ein 3Gänge Menü bei mir) und ich meinen Mini Rucksack gepackt hatte (iPad an Bord) wunderte ich mich doch über das Gewicht… wie soll das erst nächstes Jahr 2017 auf dem Jakobsweg werden? Da wird der Rucksack ja noch schwerer werden. Pünktlich kam der Zug (SchönesWETicket 25 Eur) und das Abenteuer konnte losgehen. Etwas blauäugig allerdings, ich gebe zu… ich hatte nämlich erst für den übernächsten Tag eine Pension gebucht, aber noch nicht für sonntags. Mein Plan war es von Bielefeld nach Borgholzhausen zu laufen. (Ein Freund sagte mir abends vorher, dass das schon eine sportliche Strecke wäre, es würde schon viel auf- und abgehen…. aber ich sagte: ich mach das!) Kurz vor 12 kam ich in Bielefeld an und ich habe für den Einstig auf den Hermannsweg etwas zu lange gebraucht, hatte mich etwas verfranzt…. leider führte mein Weg nicht zur Sparrenburg, aber dafür auf den Johannesberg. Schon sehr steil und als ich oben ankam war ich schon etwas verschwitzt, aber der tolle Ausblick auf die gegenüber liegende Sparrenburg war genial.

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Ausblick auf die Sparrenbug vom Johannesberg

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War es doch morgens in Rheine noch bewölkt, so war es in Bielefeld schön sonnig! Und auch oben auf dem Johannesberg habe ich mich wieder verfranzt und musste ein Stück wieder zurück laufen und nachfragen… Also entweder da war einfach kein bekacktes „H“ oder ich habs einfach übersehen… ich tippe natürlich auf das erstere!!! Eindeutig!!!! Dann war ich aber endlich auf dem richtigen Weg und weiter gings. Jetzt kommt mein Tipp: der Tierpark in Bielefeld! Total nett und schön und mit viel Liebe gemacht! Ideal für Kinder! Der Hermannsweg führt mitten durch den sehr hügeligen Tierpark, er ist also auch kostenlos (Futter für die Tiere kann man via Automaten kaufen).

Immer dem „H“ nach, aber ich muss sagen, es fehlen wirklich hier und da welche – aber diesmal lag ich richtig. Ich hatte soviele und tolle und schöne Aussichten! Die Fotos sagen alles, oder?

Mein nächstes Ziel war „Peter auf dem Berge“, dort gab es eine Cola für mich und dort buchte ich auch mein Zimmer für abends in Halle – denn Borgholzhausen war für mich gestorben. Es war schon 14.30 und noch weitere 20km und ich wusste, das ich das nicht mehr schaffen würde. In Halle habe ich ein Zimmer tatsächlich noch kurzfristig in der Pension Kley bekommen, ganz nah am Gerry Weber Stadion – aber bis dahin musste ich noch gut 10km wandern – mit noch auf und ab. Das nächstes bergauf führte zur Schwedenschanze – das ist

mein nächster Tipp!! Hätte ich nicht schon was getrunken kurz vorher, hätte ich es hier getan! Ein wunderschöner Ausblick nach rechts und links! Und ich sah, wie andere genüsslich ihr kaltes Bier genossen… ich hab nur kurz Fotos gemacht und bin mit roten Kopf weiter, diesmal extrem bergab – hier sollte man eindeutig Wander-oder TrekkingSchuhe anhaben, denn es geht hier sehr steil hinunter und viele Steine liegen auf dem Weg! Nun komme ich vorbei an Wachholder Felder – hier wird der berühmte Schnaps hergestellt – leider gibt es keine Kostproben auf dem Weg!

Irgendwann lande ich an einer vielbefahrenen Hauptstraße und diese muss ich Stück entlanglaufen – schön in der prallen Sonne und an Feldern vorbei. Ich glaube, an einer Stelle hätte ich links wieder auf den Hermannsweg einsteigen müssen/ können – aber das „H“ fehlte mal wieder und mein Navi schickte mich eh geradeaus – weiter schön in der Sonne (kein Cäppi, keine Sonnencreme und meine Sonnenbrille lag auch zuhause…). Das Ortseingangsschild „Halle (Westf.) passiere ich schnurstracks und laufe etwas durch eine Wohngegend und gelange dann an die Haupstrasse (erst heißt die Straße „Langestrasse“ und wird dann später zur Osnabrückerstraße). Ich muss durch den Ort und Richtung Gerry Weber Stadion. Am Stadion vorbei, und leider auch die nicht schöne Straße entlang entdecke ich dann endlich „Pension Kley“. Herrje, am Arsch der Welt, und ich hatte doch einen Mega Hunger! Also den Weg wieder zurück bis zur letzten Taverne wären wieder 2km hin und zurück gewesen und in meiner Pension gab es doch nichts zu essen! Einen steinigen Weg hinauf lag einsam das alte Haus – was hätte ich mir da nur ausgesucht??? Mir machte die Enkelin auf und begrüßte mich freundlich, eine Treppe hinauf und da war mein Zimmer. 3 Betten für mich! 😉 Der tolle Ausblick (auf auf das Gerry Weber Stadion) machten alles wett! Man darf allerdings nicht zimperlich sein, mehr als einer ⭐️ Stern gibt es hier nicht! Schon alles sehr altbacken, das WC / Bad ist auf der Etage. Da ich aber wohl der einzige Gast bin nutze ich das Bad wohl alleine. Ich fragte, wo ich denn wohl noch was zu Essen herbekommen würde? Sie gab mir Pizza-Lieferdienste-Zettel in die Hand – meinetwegen ok, nach Halle-City wollte ich eh nicht mehr laufen! Achjahr, dann kam noch der dezente Hinweis, das ein Zimmer weiter drei Mini Katzen Babys seien, wenn sie zu laut wären sollte ich mich melden (und dann??? Katzen töten??? 😂) Schnell Pizza, Salat, Cola und ein Becks bestellt und nach dem duschen kam das ersehnte Essen! Die Pizza hab ich dann schön auf dem Balkon (ca. 18.30) mit Abendsonne genossen. Während eines Films bin ich dann eingeschlafen, meine Nacht war etwas unruhig, da ich extrem viel befahrende Straße hörte. Um 7.30 Uhr machte ich mich dann auf dem Weg nach Bielefeld. Hier noch ein paar Bilder der Pension Kley (Zimmer 25 Euro).

 

Teil 2

Von Halle nach Bad Iburg

Um kurz nach 7 morgens mache ich mich fertig und um 7.30 Uhr verlasse ich ohne Frühstück meine Pension. Eine halbe Stunde ungefähr benötige ich um auf dem Hermannsweg wieder einzusteigen (die Kaffeemühle sehe ich nicht mehr). Hier kommt direkt ein etwas steilere Anstieg und ich fange schon morgens um 8 an zu schwitzen, na toll… Und ich habe ein langen Tag vor mir, bis Bad Iburg sind es gut und knapp 30km…

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Mein nächstes Etappenziel ist die Burg Ravensburg. Hier komme ich so gegen 10 Uhr morgens an. Leider hat die Gastronomie noch zu, sonst hätte ich hier gerne gefrühstückt oder ein Bierchen getrunken. Ist übrigens mein nächster Tipp! Das ist wirklich ein schönes Fleckchen Erde!!


Viel Zeit vetrödel ich nicht und mache mich auf dem Weg nach Borgholzhausen. Kurz nach der Ravensburg verlasse ich den Wald und muss Straße laufen. Bald komme in das kleine, aber süße Dorf Borgholzhausen durch, laufe durch die Stadtmitte und vorbei an der Lebkuchenfabrik und dem Lebkuchenladen – leider erhalte ich auch hier keine Kostproben…


Kurz nachdem ich das Dorf verlassen habe, kommt schon der einstig in den Wald und es geht bergauf zum Luisenturm. Ich glaube, das war echt der schlimmste Aufstieg…. was habe ich geseufzt, gefleucht, geflucht, gejammert, geschwitzt und gehechelt…. mei… gut das mir keiner entgegen kam!!!! Im Schneckentempo bin ich irgendwann mal oben am Luisenturm angekommen und brauchte wohl eine 10minütige Luftpause… Ehrlich gesagt bin ich auf den Luisenturm nicht mehr gegangen, wei ich echt zu kaputt war und es lagen noch soviele Kilometer vor mir… Aber dennoch eine wirklich schöne Aussicht!

Also ab weiter, jetzt kam wieder ein Stück Straße und mein nächstes Etappenziel sollte die Noller Schlucht werden, ich wollte dort meine Wasservorräte auffüllen – die sich dem Ende neigten. Es war nämlich ganz schön warm. Kurz nebenbei: habt ihr nicht auch schonmal alle Geschichten gehört das jemand seinen Hund Gassi fährt?? Ich wohl, hielt es aber für ein Märchen!!!! Kurz vor einem Windrad, wo ich vorbeikam, sah ich es selber und konnte noch schnell ein Foto machen!

Als ich dann endlich bei der Noller Schlucht ankam, war da aber eigtl nichts zu sehen, es hatte nicht auf und einen Brunnen gab es auch nicht… das war ganz schön schei…. Mmmhhh also einfach weiter… aber ich hatte echt nur noch ganz wenig zutrinken und ausgerechnet jetzt musste ich wieder Straße ohne Schatten laufen…. Dann kam aber doch wieder der Einstig in den Wald und die Bäume schenken mir Schatten – zum Glück. Nichts desto trotz waren meine Getränkevorräte aufgebraucht und ich benötigte bald was. Bald kam ich wieder aus dem Wald raus und steuerte auf eine Siedlung zu. Hier war grad eine Frau draußen und ich bat sie um etwas Wasser (ich sah wohl doch etwas vertrocknet aus…) und sie kam meinem Wunsch gleich nach! Danke! Ca einen Kilometer weiter kam noch eine Tankstelle an der ich weitere, kalte Getränke kaufte – herrlich! Weiter nach Bad Iburg! Es war mittlerweile schon ca 14.30 Uhr und noch ca. 10km vor mir…. Ab hier war viel Wald, aber sonst nichts aufregendes…. Meine Gedanken kreisten darum, was ich abends essen könnte und wann ich wohl dasein würde (ich tippte so auf 16/16.30 Uhr). Irgendwann kam ich wieder aus dem Wald heraus und befand mich zwischen Feldern und Wiesen und heißer Sonne – aber kein „H“ mehr weit und breit!!! Aaahhhh ich wusste nicht wirklich wo ich war – kurz vor Bad Iburg – und da wusste ich ja, das man dem Wald herauskommt und vondaher dachte ich, alles sei ok! Aber nix war ok!!! 😦     ( Ich hab das mal nachrechergiert und man kommt auf dem Wald raus und muss aber direkt um die Ecke gehen und im Wald quasi bleiben – das hätten die mal lieber besser kennzeichnen sollen!!!)

So irrte ich etwas umher, aus Verzweiflung rief ich sogar zwei Taxiunternehmen an, aber beide wollten mich nicht mitnehmen – die hatten kein Taxi frei weil DialyseZeit war…. Also musste ich weiter und entschloss mich, die Hauptstasse (Bielefelderstrasse) entlang bis Bad Iburg zu laufen. Das war eindeutig nicht schön – dafür sehr laut. Dann kam eine Bushaltestelle aber auch der Bus würde mich nicht wirklich weiterbringen…. Laut meinem Navi waren es noch knapp 3 km bis zu meiner „Pension Gladbeck“ und so mobilisierte noch die letzten Kräfte. Punkt 18 Uhr war ich angekommen und ich war froh & k.o. Mein Zimmer war klein und alt aber ok! Das Badezimmer war nebenan und ich duschte erstmal. Eigtl wollte ich dann noch essen gehen aber ich war absolut fertig…. ich hatte bis hierhin nur ein paar Weintrauben und Erdbeeren und eine Waffel gegessen.. In meinem Rucksack war noch ein müsliriegel und ein paar Nüsse und das war dann mein Abendessen und dann dauerte es auch nicht lange und ich schlief ein! Meine Nacht war allerdings etwas unruhig weil es etwas hellhörig war und ein Monteur wohl schon um 4 rausmusste… Hier sind noch ein paar Fotos von diesem sehr langem und anstrengenden Tag (und ich war glücklich als ich es endlich geschafft hatte!!!!) 😉

Teil 3, Dienstag, 19.07.2016, von Bad Iburg bis Tecklenburg

Da ich heute es nicht allzuweit hatte, etwas knapp über 20km und ich noch vom Vortag etwas groggy war, ließ ich es etwas langsamer angehen. In meiner Pension Gladbeck bekam ich morgens um 8 mein Frühstück (27 Euro) und konnte mich direkt an den nur für mich gedeckten Tisch im „altbackenen“ Wohnzimmer hinsetzen.

Gegen 8.45 Uhr bin ich dann los und diesmal bräuchte ich nur knapp 500m um auf den Hermannsweg wieder einzusteigen. Man geht direkt durch Bad Iburg durch und wäre ich gestern nicht so platt und früher dagewesen hätte ich hier und da noch ein nettes Café für mich gefunden. Man läuft auf die Burg zu, dann dran vorbei, an einen minigolfplatz und schön angelegtem See vorbei um dann wieder direkt in den Wald aufzusteigen.


Mein nächstes Etappenziel war nur ca. 5-6 km entfernt und ich freute mich schon! Es war Malepartus! (Ich war vor ca einem Monat schonmal dagewesen aber das war auf einem Donnerstag und da ist Ruhetag!!! Auf einem Donnerstag!!) Getränke hatte ich heute etwas mehr mit, hatte ich am Vortag doch Zuwenig mitgehabt… und heute sollte es ganz schön warm werden! Gegen 10.45 Uhr traf ich bei dem bayrischen Restaurant ein und musste noch ein paar Minuten warten bis sie aufmachten – das machte aber nichts denn ich genoss die Ruhe und Aussicht. Und da ich am Tag zuvor Zuwenig gegessen hatte, belohnte ich mich mit einem Radler und einem Leberkäsbrot! 😉


Hier blieb ich wirklich etwas länger, aber es war herrlich und ich kam noch mit ein paar Bikern ins Gespräch. Gegen kurz vor 12 machte ich mich dann bereit für die noch ca. 16 km bis Tecklenburg. Hier läuft man noch etwas im Wald und kommt vorbei an den Steinbrüchen, wo es ab und an mal knallt. Hier hab ich noch nette Bilder gemacht!


Leider kommt man kurz nach den Steinbrüchen wieder raus aus dem Wald und läuft zwischen wiesen und Feldern und Bauernschaften umher – hier sind auch leider zu wenig „H“’s und ich hatte schon wieder fast die Befürchtung das ich mich wieder verlaufen hätte – aber laut meines Wanderführeres war richtig. Dann kam eine etwas viel befahrende Straße die ich ca 300m laufen musste – ohne Bürgersteig…. Das fand ich ehrlich gesagt nicht so toll. Leider ging es ab hier noch sehr viel Straße entlang – mit viel Sonne und wenig Schatten. Zeitweise pilgerte ich sogar auf einem Jakobsweg! Man passiert dann das kleine Dorf Leeden (ich glaube hier bekommt man auch einen Pilgerstempel) und kommt dann endlich wieder in den schattigen Berg – allerdings mit viel Anstieg. Jetzt war es nicht mehr weit und ich ersehnte mir meine noch zu probierenden pommes mit Rosmarin und Thymian Geschmack plus Bio Zisch Brause! Aber vorher kam ich noch an einem kleinen Hermanns Deenkmal vorbei.


Gegen 16.30 Uhr kam ich in Tecklenburg an und war überglücklich es geschafft zu haben! Schnurstracks ging ich zu der BioPommesBude…. und diese jene welche hatte zuuuuuu! Ich hätte wohl schreien können – hatte aber einfach keine Kraft mehr 😉 Stattdessen gabs ein Eis und ein schönes kaltes Wasser!

Mein Fazit!

Ich hab echt schöne Orte / Dinge gesehen, dafür relativ wenig Wanderer. Ich muss mehr Trinkvorräte haben, einen Hut und die Sonnenbrille nicht vergessen, Besteck, Nagelpfeile, Flaschenöffner, öfters in den Wanderführer schauen und und und. Ich finde die Strecke von Bad Iburg bis Tecklenburg nicht so empfehlenswert, die Strecke von Halle bis Bad Iburg eindeutig zu weit!!ninawandertlos_logo.pdf

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