Rumänien- Weihnachtspäckchenkonvoi 2016 – Kinder helfen Kindern

 

Dieses Jahr ergab sich für mich die Chance, den Weihnachtspäckchenkonvoi vom Ladies Circel und Round Table zu begleiten. Da ich selber im Ladies Circle Rheine bin und wir schon seit Jahren den Weihnachtspäckchenkonvoi (Abk. WPK) unterstützen, nahm ich diesmal die Gelegenheit wahr und und begab mich auf eine lange Reise ins Ungewisse – und würde es wieder tun – um es schonmal vorweg zu nehmen! 🙂

Mehr Infos und Bilder und Texte unter: http://www.weihnachtspaeckchenkonvoi.de

Ich spielte schon Anfang 2016 mit dem Gedanken, aber endgültig entscheid ich mich dazu, nachdem ich eine tolle Show mit „Willi wills wissen“ in Rheine besucht habe. Der Willi hatte auch einen Spielzeug-Hilfe-Konvoi gestartet und war mit Herzblut dabei. Gedacht – getan und Ende Oktober 2016 kam dann die Antwort vom WKP-Team: Du bist dabei! Ich freute mich! Aber etwas mulmig war mir schon…. klappt das alles…. wie wird es sein…. wie sind die Kinder vor Ort…. wie sind die Menschen vor Ort… wie wird die Umgebung sein… und und und… Anfang Dezember 2016 sollte es dann los gehen – von Hanau (Zentrallager) über Passau, durch Österreich und Ungarn und dann Richtung Rumänien. Einen Tag vor meiner Abfahrt traf ich mich noch mit ein paar Mädels – zum Mut machen. Ich hatte doch etwas Bammel. Es tat gut, mit Freunden darüber zu sprechen – das half mir doch etwas meinen Ängste abzubauen – Danke euch! Eine Freundin gab mir von ihrer Tochter ein Plüschtier mit – welches ich persönlich übergeben wollte – was ich auch gemacht habe!

Am Freitag, 02.12.2016, ging es dann für mich morgens via Flixbus nach Hanau. Dort konnte ich mich im Zentrallager für eine bestimmte Route eintragen lassen. Da ich vorher keine Infos hatte, in welche Orte die einzelne Routen gehen, trug ich mich für Petrosani ein – das ist ca. mittig von Rumänien. Was ich bis jetzt vielleicht noch nicht erwähnt habe und für diejenigen, die den WPK nicht kennen: Aus ganz Deutschland werden Weihnachtspäckchen für Kinder u.a. in Rumänien gesammelt – soviele, das dafür 22 LKWs und 174 ehrenamtliche Helfer nötig sind und waren, um diese auch zu verteilen! Dieses Jahr 2016 war die Päckchen-Anzahl allerdings wirklich immens hoch… ganze 106000 (!!!) Päckchen – gepackt von Kindern für Kinder! Das war Gänse-Haut-Feeling, als die Konvoi Leitung diese Zahl verkündete! Und ich war ein (kleiner) Teil davon – einfach schön! Hier ein paar Impressionen am herrlichen sonnigen Samstagmorgen – kurz vor der Abfahrt im Konvoi:

Nach der offiziellen Verabschiedung ging es dann endlich los – alle waren voller Tatendrang! In einem langen Konvoi mit 24 Fahrzeugen ging die Fahrt gen Rumänien los. Alle 4 Stunden Rast und Pause für die LKW und Busfahrer, oder auch eine Tankpause für alle. In Passau hat uns dort der LC und RT in Empfang genommen und dort gab es etwas zu essen und zutrinken (Glühwein!!) für uns – und dann weiter über die Grenzen – das ging eigentlich ziemlich problemlos – weil wir nunmal auch ein Hilfskonvoi waren. Kurz nach der rumänischen Grenze in Arrad machten wir ein letzten Mal Halt – dort splitteten wir uns dann auf – jedes Team fuhr jetzt in seinen Zielort in Rumänien – oder auch nach Moldawien oder Bulgarien. Ich fuhr mit 14 Teammitgliedern nach Petrosanie – ca. 4 LKW Stunden von Arrad entfernt. Ab hier durfte ich auch im LKW mitfahren und Rumänien präsentierte sich landschaftlich und wettertechnisch von seiner schönsten Seite! Hier ein paar bildet aus dem LKW.

Nach einer wirklich sehr langen Fahrt, vielen Gesprächen, schlafen (oder was auch immer) im Bus waren wir dann endlich in Petrosani angekommen – und der Ort lag im Schneeeee! Ich fands schön! Aber für die 3 LKW’s war es nicht so einfach, weil wir keine Schneeketten drauf hatten. Zum Teil haben wir die LKW’s dann abends noch entladen, aber die dortigen Caritas Helfer waren so voller Tatendrang, das das relativ zügig von statten ging! Danke! Unser Team schlief im Caritas Haus, oben befand sich eine Wohnung und unten gab es Tagungsräume. In der Küche, die gleichzeitig auch Aufenthaltsraum und Esszimmer waren, kochte eine liebe, ältere rumänische Fee für uns täglich – eine ganz liebe, zurückhaltende Person. Nach dem Essen und duschen rief das Bett (ich schlief auf einer Matratze auf dem Boden… aber gut, für die paar Tage war das i.O….) Am nächsten Tag ging es um 8 los. Unser Team teile sich in zwei Gruppen und jede Gruppe belud seinen Kleintransporter mit liebevoll gepackten Päckchen und wir fuhren dann mit mind. einer Caritas-Mitarbeiterin zu Kindergärten, Grundschulen, Behindertenheimen, Waisenhäusern, Kinderhorten, Alters(Behinderten)Heim und sonstigen Projekten um Kinderaugen leuchten zu sehen. Pro Klasse hatten wir meist ca. 20-30 min Zeit, um mit den Kindern zusammen die Pakete zu öffnen und mit den Kindern zu spielen. Das waren ganz besondere Momente. Hier ein paar Bilder:

Es gab viele besondere Momente oder Orte. Ich versuche euch paar meiner Erlebnisse zu vermitteln – was nicht ganz so einfach ist. Bei den kommenden Bildern sind wir in einem Waisenheim. Da bin ich schon mit einem mulmigen Gefühl reingegangen… Waisen… und dann noch Weihnachten… wie sieht es wohl darin aus… Ich muss allerdings sagen, dass es alles „ok“ war – die Kinder waren sehr lieb, die Erzieherinnen waren sehr herzlich und von innen war alles liebevoll dekoriert. Die Kinder konnten es kaum erwarten – das kann ich nur zu gut verstehen!!!! Wir beschenkten also die Kinder und spielten noch etwas mit ihnen. Danach konnten wir nach oben gehen – dort waren die Schlafzimmer der Kinder. Ein Mädchen winkte mir zu; es war das Mädchen gewesen, mit der ich ein Geschenk auspackte und mit ihr spielte. Ich ging zu ihr ins Zimmer. 3 Betten standen darin – die anderen beiden Betten gehörten ihrer Schwester und ihrem süßen kleinen Bruder. Die drei zeigten mir alles und wir blödelten etwas rum – die drei waren liebenswürdig….

Dann waren wir noch u.a. im „Maria Stein“ Haus, dort dürfen Kinder nachmittags hin – werden betreut, bekommen eine warme Mahlzeit, dürfen spielen, es wird ihnen bei den Hausaufgaben geholfen. Die Grundvoraussetzung ist allerdings: sie müssen zur Schule gehen (das ist leider nicht immer anscheinend machbar….) 😦    Aber dieses Haus hier, relativ neu gebaut und gegründet, ist eine tolle Sachen und ein tolles Projekt! Mit den Kindern durften wir dort zu mittag essen, danach gab es eine ordentliche Schneeballschaft und danach „die Bescherung“ 🙂

Dann besuchten wir z.B. auch ein Behindertenheim. Hier, gebe ich zu, hatte ich etwas „Bammel“….Das Gebäude sah von aussen schon sehr mitgenommen aus… aber von innen war alles nett hergerichtet. Die Räume waren alle dekoriert und in den Klassen wurden die Kinder und Jugendliche unterrichtet bzw beschäftigt – einige bastelten Weihnachtskarten und schenkten sie uns. In dem ersten Raum hatte ich direkt Bogdan ins Herz geschlossen. So ganz genau weiß ich nicht, was er hatte. Ich bin mir auch nicht sicher, ob er mich richtig gesehen und gehört hat – zumindest hat er mir immer ins Auge gefasst. Er war etwas überfordert mit dem Päckchen und mit den ganzen Leuten im Raum. Und eigentlich wollte er auch nur mit seinem Spielzeug spielen – was wir dann auch einfach gemacht haben – und ich glaube und bin mir ganz sicher, das ich ein kleines Lächeln bei ihm gesehen habe… 🙂

Das waren alles ganz schön viele Eindrücke! Aber es kommen noch mehr….. Wir waren z.B. auch in einer Art Kletterhalle. Zwar war die „Halle“ nicht hoch, aber dafür dennoch kletterbar! Hier können Kinder nach der Schule ihre Freizeit verbringen – ein tolles Projekt! Denn Sport verbindet! Der junge Mann, der es vor Ort organisiert und die Kinder anleitet war sehr engagiert! Hier sangen die Kleinen uns auch ein paar Lieder vor. Ein Kind packte ihr Geschenk aus und darin waren gleich zwei Puppen – sie freute sich sehr! Ihre Augen glänzten – neben ihr machte ihre Freundin ihr Paket auf – darin befanden sich zwar auch tolle Sachen – aber keine Puppe…. sie schaute seeeehr betrübt und war dem weinen nahe… aber ich konnte nichts machen – ich hatte zwar ein paar kleine Geschenke dabei – aber keine Puppe. Und was passierte? Das Mädchen, welches zwei Puppen gerade geschenkt bekommen hatte, gab eine Puppe ab – schön oder? Das nennt man teilen.

Darum gehts doch an Weihnachten, oder? 😉

Abends haben wir meist auswärts gegessen – alles sehr lecker – und meist viel zu viel! Am letzten Tag bin ich mit ein paar Leuten noch auf einen Berg gefahren. Mit einem steinalten Sessellift ging es hoch, ich weiß leider gerade nicht wie hoch, aber wie man hier bei den folgenden Bildern sehen kann, hatten wir einen tollen Ausblick! Das Wetter und der Schnee waren gigantisch! Eigtlich ist das ein kleiner Geheimtipp zum Skifahren, aber es wird nicht wirklich genutzt… es gibt auch ein paar Hotels, aber die sahen leer aus und einige waren auch noch nicht fertig gebaut. Wir haben auch nur sehr wenige Skifahrer gesehen … ich tippe auf 5….. sehr schade.

Danach ging es zurück zu unserem Caritas Haus, ein letztes Mittagsessen mit den Caritas Mitarbeitern und dann ging es wieder nach Arrad, wo wir uns mit allen Mitfahrern in einem Hotel getroffen haben – mit einem gemeinsamen Essen und einigen Erfahrungsaustauschen – andere Städte und andere Länder = andere Geschichten und Erfahrungen…. nach dem Frühstück am nächsten morgen ging es dann wieder Richtung Heimat – an der ungarischen Grenze dauerte es noch ein bisschen, aber ansonsten verlief alles gut. 

Ich empfehle jedem, mal an so einer Tour dran teilzunehmen – ich werde es auch wieder machen. Die Päckchen und sonstigen Spenden kommen an. Alle sind sehr engagiert! Wer nicht mitfahren kann oder möchte, darf auch so gerne am Projekt mit welcher Art an Spende (Geld, Sachleistung, Zeit, Päckchen….) teilnehmen – Sponsoren sind willkommen!!! 🙂

Nina

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Ein Kommentar zu „Rumänien- Weihnachtspäckchenkonvoi 2016 – Kinder helfen Kindern

  1. Liebe Nina, toll, dass Du bei diesem Konvoi mitgemacht hast. Deinem Bericht ist zu entnehmen, dass sich in Rumänien in den letzten Jahren aber auch die Situation in den Heimen verbessert hat. In unserem Ort gibt es eine ähnliche Aktion, die großen Zuspruch findet. Danke für Deine Schilderungen und liebe Grüße aus dem Münsterland.

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