Noch ein weiter Weg bis Santiago

Tag 4 und 5, Etappe 3 und 4, von Roncevalles nach Larransoana und dann von Larransoana nach Cizur Menor (über / durch Pamplona)

Tag 4, Etappe 3, von Roncevalles nach Larransoana (ca. 29 km)

Die Nacht in meinen „4er Abteil“ ging so, um 6 Uhr wurde man geweckt, ich war aber schon etwas früher wach. Ab 7 Uhr gab es frühstück, was ich mir für 3,50 EUR hätte sparen können. Leider musste ich mein RainCover direkt morgens über meinen Rucksack ziehen weil die ersten Tropfen kamen. Nach kurzer Zeit musste ich nach auch meinen Poncho anziehen weil es doch etwas mehr regnete.


Aber nach ca einer Stunde hörte es auf – das ist dann doch einfach schöner ohne Regen. Auf dem Weg gab es ein paar kleine Flüsse auf unterschiedliche Arten zu überqueren – mit mit einer Brücke und mal auch auf Steinen – das war eine nette Abwechslung.


Der Weg war sowieso sehr abwechslungsreich – mal Straße, mal Matsche, mal kleine enge Pfade, mal viele kleine Kieselsteine, mal große Steine… man musste ziemlich viel aufpassen, denn wenn es bergab ging, und die Steine noch nass waren, war es doch etwas „gefährlich“ – ich habe keine Stöcke und keinen Stab dabei und wollte mich nicht auf den Hintern setzen. Aber so verschieden die Wege auch waren, die unterschiedlichen Begebenheiten, so habe ich mir gedacht: wie im normalen Leben. Mal hat man sinnbildlich große Steine vor sich, mal viele kleine, mal rutscht man aus, mal läuft alles glatt auf Rasen, mal langweilig wie ne Straße, mal total bergauf, mal easy bergab… und was es sonst noch so alles gibt. Ich für meinen Teil habe einfach mal bei den glitschen matschigen Steinen symbolisch meine grad frische Trennung von meinem Freund dagelassen… 😉 Kurz danach kam dann ein schönes Stück Weg – es sah ein bisschen wie Märchen aus. Das stimmte mich gleich wieder positiv.


Es lief insgesamt ganz gut, und meine Pilgerfreundinnen Gitte und Gela und Tanja zogen mich gut mit. Es gab zwei ziemliche Aufstiege (für mich) bei denen ich richtig kämpfen musste… ich vergleiche mich mal mit einer Schnecke – eine dicke, quälende, ächzende und grauselige lahme Schnecke – mit einem viel zu schwerem Haus auf dem Buckel. Aber: ich habs dann (irgendwann) geschafft. Eigentlich hätte ich „nur“ bis Zubiri laufen wollen, aber wir waren relativ früh dort, machten eine kurze Pause und entschieden uns die nächsten 5 km nach Larransoana zu laufen. Gela rief vorher in der Herberge San Nicolas an und die hatten noch ein 4er Zimmer für uns frei. Ich fand die letzten 5km dann doch noch etwas zäh, aber um 16.30 Uhr kamen wir an und wir waren doch froh – und etwas stolz, auf die 29 km! Leider gab es keinen Platz mehr für uns zum Essen in unserer Herberge, durften aber die Küche nutzen und so zauberte Gela für uns leckere Nudeln mit Öl und Knoblauch…

Tag 5, Etappe 4, von Larransoana über Pamplona nach Cizur Menor (ca. 20 km)


Gut geschlafen und nach Kaffe ging es morgens kurz vor 8 los. Die Wettervorhersage zeigte Regen an… aber: wie so oft schon festgestellt kam gar kein Regen 🙂 Nachts hatte es wohl geregnet und deswegen waren auch einige Wege wieder matschig. Es kam dann ein Abstieg mit vielen Steinen, für den ich dann laaange brauchte weil ich echt Schiss hatte hinzufallen… bin ich aber net 😉 Bei der nächsten Bar gab es ein kleines Frühstück für mich. Lecker!


Unterwegs traf ich doch einige Gesichter die auch mit mir in Orrison gestartet sind – so wird es vermutlich die nächsten Tage auch so weitergehen – was total schön ist!


Der Weg bis Pamplona war echt okay, außer natürlich die wenigen Anstiege für mich. Mal sehen ob es in ein paar Wochen leichter für mich wird. In Pamplona angekommen machten wir eine kleine Rast um uns für die nächsten 5 km bis nach Cizur Menor zu stärken.


Pamplona gefiel mir sehr gut, aber mit dem Rucksack auf dem Rücken ist es nicht so ideal sich die Stadt anzuschauen. Leider mussten wir uns hier von Tanja vorerst verabschieden, sie musste ihre Blasen an den Füßen in Griff bekommen. Bis jetzt geht es meinen Füßen ziemlich gut und auch ich fühle mich bis jetzt echt gut. Klar, meine Schulter schmerzt etwas vom zu schweren Rucksack, und ich merke schon meine Knochen, aber das ist sehr harmlos.


Bis zu Cizur Menor waren es zwar nur noch  ca 5 km, aber die zogen sich irgendwie hin und ich war froh, als der Ort und die Herberge der Malteser in Sicht war. Die hatten auch noch 3 Betten frei (für 7 Euro) für uns. Da es dort kein Essen gab und Gela keine Lust hatte wieder für uns zu kochen (verständlicherweise) gingen wir in eine Bar und aßen dort … war ok 😉  Tatsächlich ging ich dann wieder zur Messe – ich werd ja hier noch ganz gläubisch 😂


Zu den Windrädern (wenn mans auf dem Bild erkennen kann, da oben auf dem Hügel…) sollte es am nächsten Tag gehen… und sieht doch so weit entfernt aus….

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2 Kommentare zu „Noch ein weiter Weg bis Santiago

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