Ein schlechter Tag

Tag 9, Etappe 8, von Viana nach Najera (ca 41 km) 

Ein wirklich schlechter Tag, mein 8ter Pilgertag, dabei fing der Tag ziemlich gut an. Geschlafen hab ich relativ gut auf meiner Plastikmatratze, meine Mitbewohner waren ziemlich früh wach und so machte ich mich auch fertig. Ich startete ca. 6 Uhr morgens.


Ich fühlte mich gut und war schon gegen 8.30 Uhr in Lorongo, wo ich mir eine kleine Bar suchte um ein wenig zu frühstücken. Kaffee und Bagutte für 2,80 EUR – ich kann nicht meckern 😉


Logrono ist die Hauptstadt von der spanischen Region La Rioja. Das heißt, ich hatte nun die Region Navarra durchquert. 

Es war ziemlich viel los auf den Straßen, da Eltern und Großeltern die Kinder zur Schule und Kindergarten brachten. Ein kleiner Junge, mit Blumen in den Händen, wünschte mir einen schönen Tag (Buen Camino…) – das war so süß – sogar seine Mutter musste grinsen! 😉 Weiter ging es nach Navarette – wo ich eigentlich bleiben und schlafen wollte. Vorher kam ich aber an eine Art Naherholungsgebiet vorbei, mit einem netten kleinen See. Dort machte ich eine etwas längere Pause… mit ähm… 2 kleinen Bierchen – es war zwar noch morgens, aber es passte gerade so schön und ich hatte ja nicht mehr soweit zu laufen…


Danach kam mal wieder ein blöder Berg, dennoch war ich irgendwie fix unterwegs (ich schiebe es mal auf die Bierchen) und war gegen Mittag in Navarette. Irgendwie hatte ich dann doch noch Energie und wollte nach Ventosa – welches ca 7km entfernt war. Gesagt – getan! Auf geht’s! Die Strecke war dann allerdings nicht so schön und es war dann doch ganz schön warm gewesen…. und kein Ende in Sicht… ich schauete dann mal aufs Handy um zu sehen wo ich war… tja, ich hatte wohl die „Ausfahrt“ zu Ventosa übersehen – und der nächste Ort war noch 10km entfernt… ich war sauer… auf mich – und auf alles andere!!! Zurück zukehren kam für mich nicht in frage, da es in Ventosa nicht viele Betten gab. Dummerweise war Montag und in Najera hatte die touristeninformation zu – ich sehnte mich nach einem Bett und Zimmer nur für mich alleine! Die erste Herberge hatte komplett zu, die zweite war voll (es war mittlerweile 16.30 Uhr) und die dritte öffentliche Herberge fand ich nicht… ich fragte wohl 10 Leute und keiner konnte mir weiterhelfen.. und ich war so fertig.. die 11te Person wusste Bescheid und ich bekam eines der letzten Betten. Der Herbergsvater schaute in meinen Ausweis und fragte, wo ich denn in Lorongo geschlafen hätte – weil ich keinen Stempel hatte. Ich sagte, ich komme aus Viana, ich habe nicht in Lorongo geschlafen! Er machte sehr große Augen und schaute auf meinen zu großen Rucksack und war dann etwas sprachlos- so wie ich auch. Auch war ich sprachlos über diese schreckliche Herberge… ganz ganz mies! Mieser als mies! Ich hab aber zum Glück ein Spannbetttuch dabei- welches echt nötig war. Ich war vermutlich die Einzige mit Betttuch aber das war mir egal- puh war das widerlich – sowie das Bad! Um meinen Hunger zu stillen musste ich noch zum Supermarkt, der noch 500 m entfernt war- ich schätze ich habe an dem Tag also so ca. 43 km gemacht – eindeutig zu viel!!! Und eine kleine Blase am Fuß kam dann hinzu. Der Tag endete also echt schlecht für mich, die 41km hätte ich mir wirklich sparen können. In meiner Herberge fing der Morgen ab 4.30 Uhr an…

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2 Kommentare zu „Ein schlechter Tag

  1. Hey NinoCamino!

    Super was du schon geschafft hast! Wir sind total stolz auf Dich! Ein Bad day gehört zu jedem Abenteuer dazu. Hoffe die Blase wird nicht schlimmer. Komm gut raus morgen und hab einen tollen Tag! 😘 Ps: hier ist nix los.

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