Ein besonderes Erlebnis

Tag 10+11, Etappe 9+10

Von Najera nach Santo Domingo de la Calzada (ca. 25,8 km)

Von Santo Domingo nach Tosantos (ca. 27,9km)

Nach meinem wirklich schrecklichen Tag wollte ich am nächsten Tag eindeutig nicht soviel laufen! Eigentlich wollte ich nur ein paar Kilometer laufen um in der nächsten Herberge zu schlafen und schlafen und schlafen und nochmals zu schlafen! Nach 10km kam der nächste Ort und eine nette Herberge gab es auch. Allerdings war es vor 10 Uhr und die gute Herbergsfrau wollte mich irgendwie nicht aufnehmen und so musste ich weiterziehen nach Santo Domingo. Ich war dann doch noch knapp 23 km gelaufen, war vor 12 Uhr dort und dort quartierte ich mich in der kirchlichen Herberge ein. Und schlief erstmal ne Runde. Die Herberge war sehr groß und unten im Hof waren „die Hühnerersatzmannschaft“ für die Kirche. Nach meinem Schlaf, der mir echt guttat, besichtigte ich die nette Stadt.

Mein Abendessen war eine Sparvariante- Supermarkt. Und den gekauften Wein teilte ich mit einer sehr netten Australiarin!

Etappe 10, Santo Domingo nach Tosantos (ca. 27,9 km) – ein besonderes Erlebnis

Sehr früh machte ich mich auf den Weg, ich war ja nun auch sehr gut erholt! Wollte eigt nach Belorado, aber es lief sogut und ich konnte noch einen Ort weiter – nach Tosantos. Ich suchte ich mir die kirchliche Herberge aus.


Das Haus war so urig und alt aber dennoch sehr liebevoll hergerichtet. Geschlafen wurde auf einer Art Sportmatratze. Bezahlt hat man eine Spende.


Abends wurde mit allen Pilgern (ca 20 Leute) zusammen gekocht – aaahhh eine Knoblauchsuppe und Nudeln und Salat. Nach der Zubereitung wurde natürlich auch zusammen gegessen, was sehr schön war- aber mein Englisch ist nicht wirklich perfekt – dennoch haben sich alle irgendwie verstanden!! Nach dem Essen konnten wir an einer Art Gebet teilnehmen. Da ich ja hier offen sein wollte, nahm ich das Angebot dankend an – und werde es auch nicht vergessen. Dieser kleine Gebetsraum war mit viel liebe hergerichtet.

Fast alle nahmen dran teil. Jeder hat in seiner Sprache einen Zettel mit mehreren kleinen Gebeten bekommen. Nun sollte „jedes“ Land in seiner Sprache ein Stück vorlesen. Wir hatten Spanier, Italiener, Engländer, eine Polin und ich als einzige Deutsche. Das war schonmal ein netter Anfang. Danach gab uns der Herbergsvater kleine handgeschriebene Zettel, auch jeder in seiner Landessprache. Auf den Zettel standen Wünsche, Hoffnungen, Zitate und persönliche Dinge, die Pilger zuvor in der Herberge hinterlassen haben. Jeder las nun seinen Zettel vor. Ich hatte auch einen sehr berührenden „Wunsch“ von jemanden auf meinem Zettel stehen und musste mich ziemlich anstrengen es vorzulesen. Natürlich habe ich nicht verstanden was die Spanier oder die Italiener vorlasen, aber anhand ihrer Gestik und Mimik und Tonlage – und auch der Tränchen konnte ich hören das sie ähnliche Sachen wie ich vortrugen. Das war ein so besonderer Moment, den wir miteinander teilten, obwohl wir uns gar nicht kannten. Tja, und danach?? Danach mussten wir alle zusammen auch den Abwasch machen. Und gut geschlafen hab ich auf der Matratze auch nicht – aber diese besondere Herberge mit dem sehr netten Herbergsvater werde ich so schnell nicht vergessen!

Advertisements

4 Kommentare zu „Ein besonderes Erlebnis

  1. Nachdem ich vor etwa drei Jahren einer Songwriterin aus Nashville (Mary Gauthier, by the way) nach ihrem Konzert in Nijmegen Grüße von Freunden ausgerichtet hatte (anderes Konzert, lange Geschichte, Caitlin Canty, Jeffrey Foucault…), war sie erst sehr irritiert und meinte dann aber „Yeah, Social Media works, i knew it“! Stimmt, so sind mein Bruder und ich nun nach unserer kurzen Begegnung an der Almhütte (Andrack, Teutoschleife) in Gedanken ein wenig mit auf der Tour. Genieße es – Grüße aus Hamburg (stellvertretend) und Düsseldorf!

    Gefällt mir

  2. Ich frag einfach mal nach, warum seit über zwei Wochen kein neuer Beitrag.. muss man sich Sorgen machen? Mögliche Erklärungen gäbe es viele: Technische Probleme / Smartphone verloren/geklaut / inzwischen vollkommen spiritualisiert / ins Schweigekloster eingetreten / Lust auf Social Media verloren / Etappenlängen so sehr erhöht, dass schlicht keine Zeit für Anderes / Projekt abgebrochen.. – also vor allem Letzteres wollen wir doch nun wirklich nicht hoffen!

    Gefällt mir

    1. Nein, bitte keine Sorgen machen!!!! Ich lebe noch! Und alles ist ok!!! Ehrlich gesagt genieße ich einfach die Zeit auf dem Camino! Und ich genieße die Abende mit den Leuten auf „meinem Weg“! Ich komme einfach nicht dazu, gerade etwas für meinen Blog zu schreiben! Aber: es kommen noch Beiträge! Versprochen!!! 😉
      Liebe Grüße aus Spanien! Nina

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s