Sterne & Störche

Endlich ein neuer Beitrag! …. Ein längst fälliger Beitrag! Entschuldigt bitte! Ich habe die Nachmittage und Abende mit meinen „Camino“-Freunden verbracht – und möchte und wollte diese Zeit auch nicht missen! Denn die Zeit zum Schreiben bleibt ja, die Zeit mit den „Camino“-Freunden ist leider nur begrenzt….

Nach meinem besonderen Erlebnis in der Herberge in Tosantos, und einer wirklich nicht bequemen Nacht auf der dünnen Matte, fing der nächste Morgen mit sehr viel Regen an. Regen, der den ganzen Tag über dauerte. Das macht natürlich im ersten Moment keinen Spaß… aber wenn man gutes (geliehenes) RegenEquipment hat, ist es halb so schlimm. (nichts könnte ätzender sein, als abends in einen nassen Schafsack schlüpfen zu müssen) So machte ich mich, trotz Regen, auf in Richtung Agés – „nur“ 23,8km – eigentlich wollte ich etwas weiterlaufen, aber bei dem Regen hatte ich dann irgendwann keine Lust mehr.

Leider habe ich nicht soviele Fotos gemacht, weil mein Handy nicht unbedingt nass werden sollte, aber der Weg ansich war schön, wenn ich nicht die meiste Zeit nach unten geschaut hätte… 🙂 In Agés angekommen fand ich noch einen letzten Platz in einer sehr nettes Herberge (El Pajar de Agés), wo ich mit einer sehr netten Deutschen den Abend beim Pilgermenü und Wein ausklingen ließ.

Auf nach Burgos! Der nächste Morgen war wieder sehr schön, ohne Regen! Leider habe ich morgens in meiner Herberge, weil es noch so dunkel war, mein Longsleeve und ein Top auf der Wäschespinne vergessen… IMG_4203

Machte nichts, ich hatte eh genug dabei… irgendwo mussten ja die 13 kg herkommen – das Wasser ist dabei noch nicht mal dazugerechnet… Und mein Rucksack wiegt insgesamt nur ca. 1,2kg, der Schlafsack ca. 750g. Bevor ich auf „meinen Weg“ gegangen bin, habe ich sogar einiges mit der Küchenwaage abgewogen. Tatsächlicherweise habe ich in Burgos mein iPad und eine weitere Jacke per Post nach Santiago verschickt. Es gibt übrigens auch ein paar „Regeln“ die man beachten sollte: der Rucksack wird nie auf das Bett gestellt, meistens werden die Wanderschuhe in einem separatem Raum aufbewahrt, durchschnittlich wird die Herbergstür gegen 22 Uhr geschlossen und man sollte dann „zuhause“ sein und meist wird dann auch das Licht und WLAN ausgestellt – um die Nachtruhe für alle zu ermöglichen. Das nur mal so nebenbei 🙂 Also nochmal: auf nach Burgos!

Der Jakobsweg war anfangs wirklich schön und gut zu laufen, aber sobald es in die Stadt Burgos (Einwohner: 163.000) ging, vorbei am Flughafen, wurde es doch ziemlich anstrengend. Es war sehr warm und der Weg zog sich sehr lang bis zur Stadt rein. Ehrlich gesagt fand ich den Verkehr und die vielen Menschen (Einheimische und Touristen) sehr „nervig“ – und dann musste man noch die Wegweiser / Muscheln / Pfeile suchen – das hat mich echt wohl fertig gemacht. Fast wie eine Art Schnitzeljagdt.IMG_4207

Burgos ansich war wirklich schön; viele alte und schöne Gebäude, viele Parks, viele schöne und nette Geschäfte zum shoppen, aber es mir einfach zu viel. Ich bin dann in der öffentlichen Herberge gelandet – die auch ok war.

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Man beachte: das untere Bett gehört mir – völlig unaufgeräumt… das Bett über mir gehörte einem Amerikaner – der war etwas ordentlicher… Hier noch ein paar Bilder aus Burgos:

 

Um nun endlich auf meine Überschrift zu kommen, überspringe ich nun die folgenden Etappen einfach mal und zeige euch nur Bilder. Von Burgos nach Hontanas (ca. 33,1km). Ein sehr schöner Weg, aber allerdings auch sehr warm und einige Hügel… 🙂

 

Von Hontanas ging es am nächsten Tag nach Boadilla del Camino (ca. 30,1km). Auch wieder eine 30er Etappe, aber es war absolut ok. Meinen Füßen, meinen Knochen, meinen Schultern ging es wirklich sehr gut! Keine Blasen! Das Wetter spielte mit, und somit passte die 30er Etappe ziemlich gut.

Nur ein schlimmer, wirklich schlimmer!!! Hügel kam zwischendurch noch, es waren zwar nur 1,2km Anstieg, aber die haben mir schon gereicht…. und dann ging es auch schonwieder steil bergab (18 %) – aber bergab find ich nicht ganz so schlimm wie bergauf – mit der Meinung stehe ich allerdings eher alleine dar… In Boadilla del Camino angekommen, lief ich bzw liefen wir zur Herberge „En el Camino“ – dort waren wir in einer Art Scheune untergebracht. Der Garten war sehr schön, sogar mit einem kleinen Schwimmingpool – jedoch ohne Wasser 🙂

IMG_4269Dort verbrachte ich einen sehr schönen Nachmittag und Abend. Das Pilgermenü dort schmeckte ausnahmsweise mal hervorragend! (zur info: in vielen Herbergen oder Cafés gibt es ein Pilgermenü zu bestellen. Meist kostet es 10 Euro. Darin enthalten sind Vor-Haup- und Nachspeise, Wasser, Wein und Brot. Leider waren meine Pilgermenüs zu 80% nicht sogut) Aber hier in der Herberge war es echt gut. Ausserdem hatte ich tolle Gesprächspartner an meinem Tisch – und ich musste auch wieder englisch sprechen. IMG_4717Der Abend wollte gar nicht enden und der Vino-Tinto schmeckte auch sogut… und weil der Abend so schön war, legte ich mich ins Gras und betrachtete den Sternenhimmel. Wann habt ihr das letzte Mal im Gras gelegen und die Sterne beobachtet? Einfach mal die Seele etwas baumeln lassen. Mal einfach den schönen Anblick auf sich wirken lassen. Somit etwas die Batterie aufladen in so einem Moment. Alle anderen Pilger waren schon am schlafen / schnarchen – und ich genoss die Stille draußen mit „meinen Sternen“. Obwohl: ganz ruhig war es nicht, denn die Störche „klapperten“ ganz schön… herrliches Geräusch! So wie zuhause!

Sterne und Störche

IMG_5036IMG_4281Das „Batterie aufladen“ an mir selbst war wirklich gut, denn schließlich habe ich ab hier noch ca. 440km zu laufen bis Santiago.. also: Buen Camino!

ninawandertlos_logo

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Ein Kommentar zu „Sterne & Störche

  1. Ein sehr schöner und interessanter Bericht! Uns geht es auch immer so, wenn wir von einer Wanderung in eine Stadt kommen.😀 LG und noch viel Spaß weiterhin von Jule und ihren Dosenöffnern

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