Ich glaube, ich bleibe hier…

Nach einem sehr schönen Abend in Leon ging es morgens im Dunklen los, und nach kurzer Zeit musste ich mich gegen den Regen wappnen. Aber wenn man gutes Equipment hat, ist es halb so schlimm. Es hat dann soviel geregnet, das ich wenig Fotos machen konnte. Unser Ziel, Villavante (ca. 31,6 km) war dann gegen 14 Uhr erreicht und wir haben noch ein schönes Bett in der Herberge „Tio Pepe“ bekommen. Hier gab es auch einen Papageien, leider habe ich ihn nicht sprechen gehört – obwohl er es angeblich kann. In diesem mini Örtchen gab es nur eine „nicht so schöne“ Bar – die wir dennoch unsicher gemacht haben und in der wir sehr billigen, diesmal leider nicht ganz so guten, Rotwein getrunken haben. Ich schätze, meine Kopfschmerzen am nächsten Tag kamen von dem Wein… 🙂

Am Tag darauf sollte es nach Astorga gehen, ca 23km. Heute war es wieder richtig warm. Zudem schienen viele Pilger in „Hospital de Orbigo“ zu starten, denn ab hier wurde es merklich voller – auf der Pilgerautobahn.IMG_4424

Der Ort „Hospital de Orbigo“ hat mir sehr gut gefallen, obwohl ich hier nur durchgelaufen bin. Hier gab es eine sehr lange und alte und wunderschöne Brücke!

Der Jakobsweg wechselte sich ab mit kleinen Hügeln und es wurde warm und dann kam auf einmal eine kleine schöne Oase.IMG_4426

Hier konnte man gegen eine Spende was essen oder trinken. Oder sich einfach ausruhen. Gegen Mittag waren wir dann in Astorga angelangt, wo es noch ein paar freie Betten in der öffentlichen Herberge gab.

Öffentliche Herberge in Astorga
Das Bild entstand im MorgenGrauen 🙂 (öffentlicher Herberge in Astorga)

Astorga hat einen sehr schönen Marktplatz, wo ich dann nachmittags saß un mich etwas entspannte. Zu meinem Glück spielte eine Band ein paar tolle Songs auf dem Marktplatz.

Hier in Astorga befindet sich das Gaudi-Museum und eine wunderschöne, riesige Kathedrale.

Abends haben wir in unserer Herberge gekocht, wobei auch der von mir gepflückte und mitgeschleppte Rosmarin Verwendung fand! Auch wenn es nur nach einfachen Nudeln aussieht, war die Sauce, die Shane (Australier) zubereitet hat – und wofür er lange gebraucht hat.. einfach zu köstlich!

Besser als die ewigen langweilen Pilgermenüs. Weil danach noch soviel übrig war und unsere Bäuche schon so voll waren, boten wir andern Pilgern unser Essen an – und es wurde uns dankend sofort abgenommen.  Um 22 Uhr wurde das Licht ausgemacht und eine etwas unruhige Nacht folgte… es war sehr stickig in unserem Raum (ich tippe ca. 20 Etagenbetten) und es war sehr „geräuschvoll“ – aber gut, mittlerweile habe ich mich etwas daran gewöhnt. Die Türen wurden morgens um 6 geöffnet und ich war startklar für die nächste Etappe. Im Dunklen morgens durch Astorga – und ich hörte Musik… es war sonntags morgens… da waren doch glatt noch welche am feiern irgendwo – und ich war nicht dabei! 🙂

Astorga Rathaus
Sonntags morgens um 6 Uhr

Heute soll es in das verschlafene Nest Foncebadon gehen – ca. 27,2 km. Foncebadon liegt auf dem höchsten Punkt auf dem Jakobsweg – 1517 m. Der Weg heute war schön und abwechslungsreich, und das Wetter spielte ebenfalls mit. Ich wollte unbedingt hier eine Rast machen:IMG_4456

Ab hier kamen dann doch ein paar Regentropfen, aber nicht viel und nicht lange. Wir kamen trocken in Foncebadon an. Wir nahmen die erste Herberge am Ortsanfang. Ein bisserl unverschämt waren die schon… das Bett kostete 7 Euro – aber gleichzeitig „mussten“ wir dort auch das Pilgermenü für 10 Euro dazubuchen. Das geht eigentlich nicht.

 

Das hier auf dem Bild ist natürlich nicht meine Herberge gewesen! In eine Art Hippe-Kneipe verbrachten wir einen sehr lustigen Abend – bis 22 Uhr, dann mussten wir wieder in unserer Herberge sein.IMG_4463

Am Tag darauf sollte es auch endlich zum Cruz del Ferro gehen. Dieses war für mich ein bewegender Punkt. Man nimmt einen Stein von zuhause mit und legt diesen am Fusse des Cruz del Ferro ab. Man wünscht sich was oder man wünscht anderen was oder man legt hier „Laster“ ab.

Die Bilder sind so dunkel, weil es sehr früh am Morgen war und es ausserdem etwas regnerisch war.IMG_4482

Der Weg wäre insgesamt sich sehr schön gewesen, wenn es nicht so neblig und diesig gewesen wäre.. auf alle Fälle ging es etwas mehr bergab – was ich persönlich ja bevorzuge! 🙂

Aber wir haben das Beste draus gemacht!

IMG_4492
Über den Wolken….

Es ging dann nach Ponferrada, ca. 26,5 km an diesem Tag. Den Ort mochte ich nicht so, aber unsere Herberge (kirchliche Herberge San Nicolas) war ganz nett. Ein netter Garten und ein Glas Wein…IMG_4489Nicht mehr weit, dann komme ich nach Galizien. Ich freue mich auf den Ort O Cebreiro und frage mich, wie es ab Sarria (die letzten 100 km) wird. Ich genieße hier sogut wie jede Minute! Mal laufe ich alleine, mal zu zweit oder mehreren. In den Herbergen treffe ich immer wieder bekannte Gesichter. Ich habe vor ca. einer Woche 3 italienische Ladys „kennengelernt“. Sie können kein Wort englisch – und ich kein Wort italienisch. Wir treffen uns nun meist abends immer in einer Herberge. Und jedes Mal wenn wir uns nun treffen, begrüßen wir uns ehrlich und mit einen lauten „Ciaoooo“ – das ist einfach zu lustig. Ich hoffe, ich werde die Drei noch öfters! Weiter gehts… Buen Camino!

 

ninawandertlos_logo

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