Das Ende der Welt

Ich kann es noch gar nicht fassen! Ich habe Santiago erreicht. Und das irgendwie schneller und besser als gedacht / gehofft / erträumt. Dachte ich doch vorher, ich bräuchte insgesamt mindestens 34-36 Etappen, habe ich doch „nur“ 30 Etappen gebraucht – und ich habe keine Pausentage eingelegt. Ich hatte ja eigentlich vorgehabt, in den größeren Städten Pausen- / Sightseeing-Tage einzulegen. Aber als Pilger gefielen mir die Großstädte einfach nicht – sonst liebe ich ja Großstädte. Aber es war mir alles zuviel, zuvor, zu laut usw. UND: mir ging es ja gut und ich wollte „weiter wandern/ pilgern“. Nachdem ich mir in Santiago ein Einzelzimmer für zwei Tage (15 Euro pro Tag) in der großen Herberge „Albergue Seminario Menor“ gemietet hatte und gefeiert und geshoppt hatte, hatte ich keine Lust mehr bis ans „Ende der Welt“ zu wandern, und so nahm ich den Bus – zusammen mit David und Shane. Dort landeten wir in der guten Herberge „Cobo da Villa“ – sehr freundliches Personal. Von da aus ging es dann aber doch noch per Fuss zum „Ende der Welt“ – also Fisterra.

Und hier befindet sich dann auch die „Null“ auf dem Stein!IMG_4696Geschafft! Und mir gehts gut!

Da wir noch Zeit hatten, sind wir noch in die Fischauktionshalle gegangen – auch wenn wir selber nicht mitbieten konnten und kein Wort verstanden haben, war es interessant!IMG_4619Danach haben wir uns ein paar Sachen im Supermarkt gekauft und sind noch an den Strand gegangen – zum Atlantik. Das Wetter war aber nicht gut zum reingehen. Also zumindest für mich nicht!IMG_4620IMG_4621Den Wellen zuhören, einfach mal nichts sagen, ein paar verrückten Pilgern  im brausendem Meer zuschauen, den Weg Revue passieren lassen,  einem gut gebauten nacktem Spanier zuschauen wie er galant in den Atlantik läuft… und noch ein Glas mehr Vino Tinto bitte!IMG_4622Den Abend haben wir dann ausklingen lassen in der Hippie-Bar (und Herberge) „The World Family„… das war ein sehr besonderer Abend! 🙂 Hier gibt es veganes und vegetarisches Essen. Aber „normales“ Fleisch gab es hier auch – mein Burger schmeckte nämlich fantastisch! Ein Mann … oder eine Frau?… mit Plüschtiger kam auf uns zu und hielt uns Engel-Karten hin. Jeder zog eine; auf meiner stand Angle-Card stand: „humorous“ 😉IMG_4615Ich kann diesen Laden echt empfehlen, zum schlafen vielleicht nicht unbedingt, aber wer es mal unkompliziert, relaxt und mal anderes haben möchte, findet hier genau das Richtige (probiert mal dort die Special Sangria…). Nach einer kurzen aber guten Nacht und einem gutem Frühstück in der Herberge, ging es dann per Bus nach Muxia. Hier  hoffe ich auf einen tollen Sonnenuntergang. In Muxia kann ich eindeutig die Herberge „Arribada Albergue“ ans Herz legen! Sehr gepflegt, neu, kleine Kojen, kleine Dachterrasse mit wahnsinns Ausblick, gut eingerichtete Küche! Und da das Wetter super war, ging ich an den Strand und genoss die Sonne!

Herrlich! Da wir diesmal in der Herberge kochen wollten, mussten wir noch im Supermarkt einkaufen. Dort traf ich ganz unerwartet Gitte!  Gitte kommt aus Dänemark, mit ihr ging mal ganz am Anfang, dann traf ich sie in Astorga wieder und dann überraschte sie mich in Santiago am Pilgerbüro – wo sie auf mich wartete und mich zu meiner Compostela beglückwünschte. Das war ein schöner Moment. Und da Gitte noch nicht zum Abendessen verabredet war, lud ich sie zu uns ein. Shane kochte wieder und wir speisten dann zusammen. Und dann bekam ich später auch noch meinen Sonnenuntergang!

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Gitte & ich beim Sonnenuntergang in Muxia

Tja, und so endet meine Pilger-Reise! Ich möchte den Camino in meinem Leben nicht missen! Ich habe ein schönes Spanien und viele tolle Leute kennengelernt! Ich habe zwar kein Heimweh, freue mich aber sehr auf zuhause! Meinen Rückflug habe ich ein paar Tage vor der Ankunft in Santiago gebucht – sehr günstig und eine super Verbindung! Als ich am nächsten Tag nach Santiago zurück kam, traf ich doch tatsächlich meine drei italienischen Frauen, die ich schon irgendwie vermisst hatte und auch mein liebgewonnnes kanadisches Paar aus Québec.

Bevor es aber ab nach Hause ging, bin ich natürlich noch in die Messe gegangen und hatte Glück ,denn der Botafumeiro (Weihrauchfass) wurde geschwungen – ein toller Meoment und ein schöner Abschluss. Die singende Nonne in der Kathedrale bescherte jedem eine Gänsehaut.

Kathedrale Santiago
Kathedrale Santiago – der Botafumeiro

Ich hatte eine tolle Zeit und eines weiß ich sicher: das war nicht mein letzter Camino!

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Hier ist meine Etappenübersicht:

Anreise: Rheine-Düsseldorf-Bibao-Bilbao Busbahnhof-Flixbus nach Bayonne (Frankreich), in Bayonne geschlafen (http://www.albergue-bayonne.com, 20 Euro)

  • 1. Bayonne mit dem Zug nach SPDP, von dort nach Orrison (ca. 8 km) – Empfehlung Auberge Orrison – unbedingt vorher reservieren! (ca. 36 Euro inkl. Abendessen und Frühstück)
  • 2. Auberge Orrison über die Pyrenäen nach Roncevalles (ca 19 km)
  • 3. Roncevalles nach Larransoana (ca. 29 km), private Herberge San Nicolas
  • 4. Larransoana nach Cizur Menor, (ca. 19,8 km) Herberge Malteser-Orden
  • 5. Cizur nach Maneru (ca. 24 km), Herberge El Cantero
  • 6. Maneru nach Villamayor de Monjardin (ca. 28 km), Herberge Hogar Mojardin
  • 7. Villamayor de Monjardin nach Viana (ca. 31,5 km) Öffentliche Herberge Andres Munoz
  • 8. Viana nach Najera (ca 41 km), schreckliche städtische Herberge
  • 9. Najera nach Santo Domingo de la Calzada (ca. 25,8 km), Öffentliche Herberge
  • 10. Santo Domingo nach Tosantos (ca. 27,9 km), kirchliche Herberge
  • 11. Tosantos nach Ages (ca. 27,9 km), Herberge: El Pajar de Agés
  • 12. Ages nach Burgos (ca. 24,5 km), öffentliche Herberge
  • 13. Burgos nach Hontanas (ca. 33,1km) Herberge El Puntido
  • 14. Hontanas nach Boadilla del Camino (ca. 30,1km) Herberge: En el Camino
  • 15. Boadilla del Camino nach Carrion de los Condes (ca. 26,4 km) Kloster-Herberge Esiritu Santo (Einzelbetten)
  • 16. Carrion de los Condes nach Terradillos de los Templarios (ca. 28,1 km) Herberge Jaques de Molay
  • 17. Terradillos nach Calzadilla de los Hermanillos, private Herberge 15 Euro, Einzelbetten
  • 18. Calzadilla nach Leon (insg. 43km, 10 davon mit Taxi), Hotel ganz zentral
  • 19. Leon nach Villavante (ca. 31,6 km), Herberge Tio Pepe
  • 20. Villavante nach Astorga (ca 23 km), städtische Herberge
  • 21.  Astorga nach Foncebadon (ca. 27,2 km) Herberge El Convento (kann ich nicht empfehlen)
  • 22. Foncebadon nach Ponferrada (ca. 26,5 km) kirchliche Herberge
  • 23. Ponferrada nach Pereje (ca. 29,1 km), Gemeindeherberge (Einzelbetten)
  • 24. Pereje nach O Cebreiro  (ca. 24,8 km), öffentliche Herberge
  • 25. O Cebreiro nach Triacasetla (ca. 22 km),  Albergue a Horta de Abel
  • 26. Triacasetla nach Ferreiros (ca. 33,3 km) private neue Herberge
  • 27.  Ferreiros nach Palas de Rei (ca. 35 km) Herberge „San Marcos“
  • 28. Palas de Rei nach Arzua, (ca. 30 km), private Herberge „Camino dos Ocas“
  • 29. Arzua nach Santiago (ca. 37 km, ganz am Anfang), öffentliche Herberge San Lazaro
  • 30. Santiago nach Santiago (ca. 3 km), Einzelzimmer Seminario Manor de Blevis (15 Euro)

 

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…. und zuhause gab es eine kleine Willkommens-Party für mich… Danke! 🙂IMG_4748

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2 Kommentare zu „Das Ende der Welt

  1. Oh wow, das ist ja super toll was du da gemacht hast! Ich habe mich erhlich gesagt mit dem Wandern noch nicht so angefreundet, aber dafür fahre ich gerne Fahrrad und es gibt ja auch viele Leute, die den Camino mit dem Fahrrad machen. Jedenfalls wollte ich auch schon immer mal nach Finisterre, habe es aber in meinen 10 Jahren Spanien irgendwie nicht geschaftt… Trotzdem, es steht noch auf meiner Liste… 😉
    LG Johanna

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